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Heidelberg, Institut für Papyrologie

Name: Heidelberg, Institut für Papyrologie
Location: Heidelberg
Country: Germany
Address: Universität Heidelberg
Institut für Papyrologie
Marstallstrasse 6
D-69117 Heidelberg
Deutschland
Homepage: http://www.papy.uni-hd.de/
Contact: Andrea Jördens
Universität Heidelberg
Institut für Papyrologie
Grabengasse 3-5
D-69117 Heidelberg
Deutschland
tel.: (06221)542396
fax: (06221) 543679
E-mail: Andrea.Joerdens@urz.uni-heidelberg.de
Numbering: [31.10.06]
- O. Dem., numbers from 216 till 999 and 1776 [old?]
- O. G, numbers from 58 till 710
- O. Kopt., numbers from 297 till 998 and 1772 till 1773 [old?]
- P. Dem., numbers from 10 till 797 and 4432 [old]
- P. G, numbers from 1 till 5148 and 17306 [old]
- P. Hier. [< Hieratisch], numbers from 1 till 4 [new?] and 566 till 2025 [old?]
- P. Kopt., numbers from 162 till 687 and 1673 till 1684 [old]
- P. Lat., numbers from 1 till 12 and 317 till 1334 [old?]
- Palatinus Lat., number 921
- PSR, numbers from 1 till 307
- Salem, number 10/12
- T. dem., numbers from 12 till 17
['old' and 'new' numbers have apparently been mixed up in our database]
Conservation:
Inventarisation: http://aquila.papy.uni-heidelberg.de/kat.html
Die Inventarverzeichnisse der Sammlung sind im Laufe von deren Geschichte mehrfach umgestellt und erneuert worden. Während die Bestände anfangs in Inventarbüchern aufgelistet wurden, hat man im Zuge der Neuinventarisierung unter Richard Seider, die in den siebziger Jahren des 20. Jh. erfolgte, nach Sprachgruppen gegliederte Karteikarten-Kataloge angelegt. Die auf diesen Karteikarten enthaltenen Informationen sind in den vergangenen vier Jahren in FileMaker-Dateien übertragen worden, so daß die Sammlung heute über elektronische Kataloge verfügt. Allein für den arabischen Bestand konnte diese Arbeit nicht geleistet werden; die Übertragung der entsprechenden Daten wurde daher erst im Dezember 1999 im Zuge des Digitalisierungsprojekts in die Wege geleitet, über das sogleich zu sprechen ist.

Seit April 1997 stellt das Heidelberger Institut für Papyrologie ausgewählte publizierte Stücke des griechischen Bestandes seiner Sammlung in Form digitalisierter Images im WWW zur Verfügung. Die Abbildungen liegen im JPEG-Format mit jeweils zwei Auflösungen (72 und 150 DPI) vor. Sie sind begleitet von Angaben zur Klassifi-zierung, Datierung und Herkunft der Stücke, sowie technischen und bibliogra-phischen Daten. In einzelnen Fällen sind Wiedergaben kommentierter Neueditionen in Form von Reproduktionen der Textseiten im GIF-Format einge-bunden worden. Über die Internetadresse können die digitalisierten Papyri aufgerufen werden. Sie sind nach den Bänden Heidelberger Papyruseditionen geordnet und können so von den Interessenten anhand der Publikationsnummern aufgefunden und betrachtet werden.

Seit April des vergangenen Jahres läuft in der Heidelberger Sammlung ein von der „Deutschen Forschungs-gemeinschaft" finanziertes Projekt, das die Digitalisierung des gesamten Bestandes der Sammlung zum Ziel hat. Die Objekte werden mit einer Auflösung von 600 DPI ein-gescannt; die so gewonnenen Daten werden mit dem Programm Photoshop bearbeitet und anschließend auf CD und auf Massenspeichern des Heidelberger Rechenzentrums archiviert. Der griechische Bestand ist schon weitgehnd erfaßt und auf bisher 68 CDs gespeichert worden. Auf 50% der Ausmaße und 72 DPI verkleinerte Versionen werden in die erwähnten FileMaker-Kataloge importiert, so daß der Benutzer der Kataloge jederzeit eine Vorstellung vom Aussehen des Objekts gewinnen kann. Es ist geplant, die Kataloge nach ihrer Fertigstellung über das Internet der Allgemeinheit zugänglich zu machen; jeder Interessierte wird sich dann im WWW einen Überblick über den Bestand der Sammlung verschaffen können. Er wird die Möglichkeit haben, Suchabfragen nach Text-gattungen, nach Datierungen und nach gewissen Schlagwörtern durchzuführen. Sofern die Objekte bereits ediert sind, wird der Benutzer unmittelbar aus dem Katalog heraus auf Abbildungen in Originalgröße und mit einer Auflösung von 150 bzw. 72 DPI zugreifen können. Sofern die Objekte unediert sind, muß der Benutzer sich ad hoc mit der im Katalog vorhandenen auf 50% verkleinerten Abbildung begnügen. Er hat aber die Möglich-keit, sich um die Publikationsrechte zu bemühen, und wird dann zum Zwecke der Bearbeitung Bild-dateien mit hoher Auflösung oder auch herkömmliche Photographien zur Verfügung gestellt bekommen können. Wir haben die Hoffnung, auf diese Weise neue Bearbeiter vor allem für die bislang noch wenig erschlossenen arabischen und koptischen Bestände gewinnen zu können.

In einem von der Heidelberger Akademie der Wissenschaften getragenen Projekt wird am Institut für Papyrologie der Universität Heidelberg auch das „Heidelberger Gesamtverzeichnis der griechischen Papyrusurkunden Ägyptens" erarbeitet, eine umfassende Datenbank, die im Internet über die unten genannte Adresse abfragbar ist und von der eine vorläufige Version soeben zusammen mit der „Bibliographie papyrologique" auf CD erschienen ist. Mit dem Thema dieses Kolloquiums steht das Projekt „Heidelberger Gesamtverzeichnis" insofern in Beziehung, als in die Internet-Version bereits links zu all denjenigen Abbildungen dokumentarischer Papyri, Ostraka usw. integriert worden sind, die im Internet zur Verfügung stehen.
Publications: Die Bearbeitung der Heidelberger Papyri, Ostraka usw. ist in der Vergangenheit in erster Linie durch Heidelberger Wissenschaftler erfolgt, keineswegs jedoch ausschließlich, vielmehr sind immer wieder auch auswärtige Kollegen an der Editionsarbeit beteiligt worden. Da die Bestände der Sammlung (zumal die griechischen) als Grundlage für regelmäßige Lehrveran-staltungen dienen, sind mehrere Dissertationen entstanden, welche die Edition Heidelberger Papyri zum Gegenstand haben. Für die Veröffentlichung steht in den „Mitteilungen aus der Heidelberger Papyrus-Sammlung" eine eigene Publikationsreihe zur Verfügung, die an die Stelle der älteren Reihe „Veröffentlichungen aus den badischen Papyrus-Sammlungen" (VBP) getreten ist.

Die in letzter Zeit erschienenen Bände sind:
- C. Armoni, P. Heid. IX , Heidelberg 2006.
Work:
Highlights: Zu den Glanzstücken der Sammlung gehören
Griechisch:
- Homerpapyri aus ptolemäischer Zeit (3. Jh. v.Chr.) (LDAB 2376 and 2377)
- Septuaginta-Codex des 6. Jh. n.Chr. auf Papyrus (Kleine Propheten) (LDAB 3301)
- Briefarchiv eines Klostervorstehers aus der Mitte des 4. Jh. n.Chr. (P.Nepheros)
- Archiv der archontes der Juden von Herakleopolis (2. Jh. v. Chr.;P.Polit. Iud.)

Koptisch:
- Codex mit den apokryphen Acta Pauli (4./5. Jh.) (LDAB 30213)
- Das „Magische Buch der Maria und der Engel" (Pergament; 10./11. Jh. n.Chr.)

Arabisch:
- Mehrere großformatige Schreiben aus der Kanzlei des Statthalters von Ägypten, Qurrah ben Sharik (frühes 8. Jh. n.Chr.)
- Papyruscodex (26 Folien) mit u.a. einer Biographie des Propheten Mohammed (9. Jh. n.Chr.)
History: Ursprünglich war die Papyrusammlung in Heidelberg eine Abteilung der Universitätsbibliothek, und zwar eine Untergliederung der Handschriftenabteilung. Erst 1952 wurde sie zu einer selbständigen Einrichtung mit der Bezeichnung "Universitäts-Papyrussammlung" erhoben. Die Gründung des "Instituts für Papyrologie" erfolgte im Oktober 1976. Seither sind die Objekte der Sammlung direkt in den Räumen des Instituts untergebracht und jederzeit für die am Institut arbeitenden Wissenschaftler zugänglich.

Der Grundstock der Sammlung wurde in den letzten Jahres des 19. Jhs. (1897 und 1898) sowie den ersten Jahren des 20. Jhs. gelegt (1904: Papyri Schott-Reinhardt). Nach der Gründung des Deutschen Papyruskartells war Heidelberg am Erwerb von Papyri über diese Institution beteiligt. Einen weiteren bedeutenden Zufluß brachten die badischen Ausgrabungen in Qarâra und el-Hibeh in den Jahren 1913 und 1914. In der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen und in den ersten Jahrzehnten nach dem zweiten Weltkrieg waren die Neuer-werbungen eher gering, aber in den achtziger und neunziger Jahren des 20. Jhs. konnten auf dem europäischen Antiquitätenmarkt verschiedentlich Neukäufe getätigt werden. An diesen Neukäufen waren von Fall zu Fall auch andere Sammlungen beteiligt, nämlich die von Wien, Trier und Köln, mit denen Heidelberg nun also zusammengehöriges Material teilt.

Die jetzigen Bestände der Heidelberger Sammlung verteilen sich auf folgende Gruppen:

ca. 5100 griechische Papyri und Pergamente
ca. 3200 arabische Papyri und Hadernpapiere
ca. 1370 koptische Papyri und Pergamente
815 demotische Papyri
66 mittelpersische Papyri
33 hebräische Papyri, Pergamente und Hadernpapiere
24 hieratische Papyri
20 lateinische Papyri
5 aramäische Papyri
5 syrische Papyri
760 Ostraka (griechisch, demotisch, koptisch)

Einschränkend muß erklärt werden, daß in Heidelberg – anders als wohl in den wirklich großen Sammlungen – auch sehr kleine Fragmente mit einer separaten Nummer inventarisiert worden sind. Ich würde daher schätzen, daß vielleicht nur die Hälfte aller Stücke wirklich publikabel ist.

Die griechischen Texte sind in der Vergangenheit am intensivsten bearbeitet worden, während in den Gruppen der arabischen und koptischen Texte der Anteil des unver-öffentlichten Material erheblich größer ist. Wie in den meisten anderen Sammlungen, so machen auch in Heidelberg die literarischen Texte kaum mehr als schätzungsweise 5% des Bestandes aus. Da sie bevorzugt das Interesse der Bearbeiter gefunden haben, ist die Zahl der noch unveröffentlichten griechischen literarischen Papyri minimal.